Wunschfarbe oder Wesen
Immer wieder habe ich Interessenten am Telefon, bei denen zunächst die Fellfarbe im Vordergrund steht. Wenn ich dann sagen muss, dass nur noch Welpen in einer bestimmten Farbe verfügbar sind,
wird das Gespräch manchmal direkt beendet.
Das stimmt mich nachdenklich. Denn was nützt der optisch „perfekte“ Hund, wenn sein Wesen nicht zum eigenen Leben passt? Sollte die Farbe wirklich wichtiger sein als der Charakter?
Für mich steht ganz klar das Wesen im Mittelpunkt. Als verantwortungsbewusste Züchterin vermittle ich meine Welpen nicht nach Farbe, sondern nach ihren individuellen Eigenschaften und
Bedürfnissen.
Ich kenne meine Welpen sehr genau. Für Interessenten hingegen ist ein kurzer Besuch oft nur eine Momentaufnahme – verbunden mit vielen Eindrücken und nicht selten einer gewissen
„Zucker-Schock“-Verliebtheit. Denn natürlich sind alle Welpen auf ihre Art bezaubernd.
Deshalb ist es mir besonders wichtig, auch die zukünftigen Welpenbesitzer kennenzulernen: ihre Lebensumstände, Wünsche und Erwartungen an den Hund. Auf dieser Basis kann ich einschätzen, welcher
Welpe am besten zu welchem Zuhause passt. Dabei hole ich mir zusätzlich fachkundige Unterstützung, denn eine kompetente Einschätzung ist mir sehr wichtig.
Denn nur wenn Welpe und Mensch wirklich zueinander passen, entsteht die Grundlage für ein harmonisches und glückliches Zusammenleben.
Ein Cocker kommt ins Haus
Bevor Sie einen English Cocker Spaniel Welpen bei sich aufnehmen, sollten Sie sich bewusst machen, dass ein Cocker durchaus ein Alter von 15 Jahren erreichen kann. Zudem handelt es sich um einen
Jagdhund, der sowohl geistig als auch körperlich gefordert und gefördert werden möchte und eine konsequente Erziehung benötigt. Und eines ist sicher: Er bleibt nicht immer klein und niedlich –
und er fragt auch nicht nach dem Wetter.
Mit dem Einzug eines Welpen kommen viele neue Eindrücke – und auch einige Herausforderungen. Es kann passieren, dass anfangs kleine „Missgeschicke“ im Haus passieren, Möbel zum Kauen einladen
oder der Garten neugierig umgestaltet wird. Aus dem Welpen wird ein Junghund, und wie bei Kindern folgt auch hier eine „Pubertät“, in der Grenzen getestet werden.
Wer diese Zeit mit Geduld, Konsequenz und Verständnis begleitet, wird mit einem treuen Begleiter für viele Jahre belohnt. Ein Cocker liebt die Nähe zu seinen Menschen. Allerdings bringt er auch
seine ganz eigenen Vorstellungen mit – zum Beispiel davon, ob er sauber genug für das Sofa ist. Und ja, man sollte sich darauf einstellen, dass Hundehaare zum Alltag gehören – manchmal sogar an
unerwarteten Orten. Doch mit seinem Charme macht er das schnell wieder wett.
Auch die Fellpflege sollte nicht unterschätzt werden. Ein Cocker muss regelmäßig gebürstet und getrimmt werden. Abgestorbenes Haar sollte entfernt werden, damit die Haut ausreichend belüftet wird
und beispielsweise Überhitzung vorgebeugt werden kann.
Selbst wenn Sie sich für einen Welpen aus seriöser VDH-/FCI-Zucht entscheiden und beide Elterntiere umfassend untersucht und gesund sind, gibt es keine Garantie für ein lebenslang gesundes Tier.
Wir Züchter handeln nach bestem Wissen und Gewissen, dennoch können nicht alle Erkrankungen ausgeschlossen werden – sei es, weil sie noch nicht vollständig erforscht sind oder keine
verpflichtenden Untersuchungen existieren.
Zudem gibt es gesundheitliche Faktoren, die maßgeblich durch die Aufzucht und Haltung beeinflusst werden. Erkrankungen wie Hüftdysplasie (HD) oder Ellbogendysplasie (ED) können beispielsweise
durch Überbelastung im Wachstum, falsche Ernährung oder ungeeignete Bewegung begünstigt werden. Ein Welpe sollte daher weder übermäßig Treppen laufen noch am Fahrrad geführt werden.